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Politik für Desinteressierte

JUNG & naiv

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Autor: bib   
Tilo Jung zieht die großen Fische der Politik vor sein Mikro und stellt die Fragen, die sich sonst keiner zu stellen traut. Das Format “JUNG & naiv” von Tilo Jung mit dem Subtitel “Politik für Desinteressierte” entwickelte sich in den letzten beiden Jahren zum Alptraum so mancher Politiker. Tilo begeistert den Zuseher immer wieder durch simples, aber hartnäckiges und beharrliches Nachfragen, was so manchen Interviewpartner schon mal aus der rhetorischen Bahn wirft. Und genau das macht dieses Format so kurzweilig und hebt es von dem schwammigen Herumgelaber, vornehmlich in den Interviews der öffentlich-rechtlichen Verdummungsanstalten, ganz deutlich ab.

Jung stellt mit seinen Fragen seit einigen Monaten ganz besonders die Pseudopresse-konferenzen der Bundesregierung bloß. Seit Tilo die Bundespressekonferenz als Bühne erkannt hat und diese mit seinen erfrischenden Fragen bombardiert, erinnert diese dubiose Veranstaltung ganz stark an die Pressekonferenzen des SED-Politbüros und des Zentralkomitees der DDR.

Bundesregierung für Desinteressierte - BPK



JUNG & naiv und Politiker für Desinteressierte
Eure naiven Fragen an Gäste / Your naive questions
Jung & Naiv goes Europe
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Unter der Rubrik “Politiker für Desinteressierte” führt Tilo Interviews mit aktuellen Protagonisten des politischen Berlins und mittlerweile auch Brüssels. Das besondere: Tilo stellt sich dabei extra dumm & naiv und fragt nach, nach einfachen Worten und Erklärungen, aber durchaus kritisch im Tenor. Seine Gäste sind dabei immer passend zur aktuellen Nachrichten- oder Themenlage. Und er bekommt sie alle vor die einfache Kamera, ob Bundesjustizminister Heiko Maas, den Präsidenten des Europäischen Parlamentes Martin Schulz, den letzten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, die Bundestagsabgeordneten Sara Wagenknecht, Cem Özdemir, Erika Steinbach, den Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert oder den ARD-Medienmann Ulrich Deppendorf.

Die Idee für das Format war laut Tilo Jung ein bisschen aus der Not heraus geboren. Zum einen wollte er anfangen, Interviews vor der Kamera zu üben und dazu braucht es einen Rahmen. Da Tilo zudem gerne Rollen spielt, wollte er nicht die klassische Rolle des Journalisten einnehmen. Zum anderen ist er es mittlerweile leid, mit meist nichtssagenden, vorhersehbaren oder abgestumpften Aussagen abgespeist zu werden.

"Das hat mich mehr und mehr angekotzt", so Tilo wörtlich in einem Interview bei netzfeuilleton.de. "Nicht nur bei eigenen Interviews, sondern auch bei der Vielzahl der Journalistenkollegen. Politiker wissen, welche Fragen sie zu erwarten haben, welche Antworten sie geben wollen, was sie sagen können. Der deutsche Journalist weiß ebenfalls, was er zu fragen hat. Was er hören will und wann er mit dem Interview fertig ist. Das Hinterfragen ist für beide Seiten scheinbar obsolet geworden." so Jung weiter.

So entstand seine Idee, den interessierten, leicht zu begeisternden, aber jungen und naiven Fragesteller zu spielen, der von Interview zu Interview verschiedene Ahnungslosigkeiten pflegt. Und wie zu sehen, aber vorallem zu hören ist, geht dieses journalistische Konzept auf. Mehr noch, es entblößt im Kreis der befragten politischen Akteure die dort weitverbreitete Unart der Phrasendrescherei, eben mit vielen Worten nichts zu sagen. Und das ist gut so, sehr gut sogar!

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