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Peer Steinbrück - SPD Kanzlerkandidat 2013

Der Falschspieler und das abgekartete Spiel

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Autor: bib   
Rückblende: Pfingsten 2011 wird Peer Steinbrück beim Bilderbergertreffen in St. Moritz gesichtet. Steinbrück wird auf seinem Weg zum Tagungshotel der Bilderberger von Anti-NWO-Aktivisten gefilmt, mit unangenehmen Fragen konfrontiert und heftig ausgebuht.

Peer Steinbrück beim Bilderbergertreffen 2011 in St.Moritz

Im Herbst 2011 erscheint dann das Buch „Zug um Zug“ der Schachspieler Schmidt und Steinbrück. Die beiden sozialdemokratischen „Schachprofis“ wirken auf dem Buchcover dabei wie blutige Anfänger, denn das Schachbrett steht um 90 Grad verdreht.

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Hat denn die Presse "kein anderes Thema als ein bescheuertes Schachbrett?" fragte Steinbrück kaltschnäuzig und erklärt weiter gegenüber Spiegel-online: "Ob da rechts ein weißes Feld war, war uns scheißegal".

Die Printausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“, einer deren Herausgeber Altkanzler Schmidt ist, titelte seinerzeit „Die Partie ist eröffnet“. Nun mit einer Fotomontage des richtig stehenden Schachbretts. Schmidt, der selbst mehrfacher Teilnehmer bei Bilderbergertreffen und persönlicher Freund des Oberbilderbergers Henry Kissinger ist, attestiert Steinbrück in dem Vorabdruck die Kanzlerschaft mit den Worten „Er kann es“. Auch der Spiegel berichtet darüber.

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Die F.A.Z. titelte zeitgleich „Kanzlerkandidatur - Hamburg dreht an einem großen Schachbrett“ und stellt weiter die Frage „Was wird da eigentlich gespielt?“, womit das abgedruckte falsch aufgestellte Schachspiel des Buchcovers weiter analysiert wird. „Die Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden langwierigen strategischen Auseinandersetzung sei größer als eine schnelle, offene Feldschlacht“ so die F.A.Z. über die abgebildete Schach-Stellung des Buchcovers.

Nach dem die Peinlichkeit „Zug um Zug“ aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwand, kam auch schon im Oktober 2011 die SPD-Troika auf die politische Bühne der deutschen Sozialdemokratie. Ein SPD-Dreigespann mit Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück beherrschte ab dann die mediale Darstellung des Kanzlerkandidaten der Sozis. Diese Show scheint aus heutiger Sicht ein reines Ablenkungsmanöver gewesen zu sein um vermutlich den Fauxpas mit dem verdrehten Schachbrett zu verdecken.

Bilderberger Treffen
09.-12.06.2011 in St. Moritz, Schweiz


Bilderbergtreffen 2011 - Kulturzeit

2011 Bilderbergers mountain walk
- can you name them all?

Dieses abgekartete Spiel der Sozialdemokraten wurde nun nach knapp einem Jahr endlich beendet und Steinbrück vom SPD-Vorsitzenden und SPD-Troika-Drittel Gabriel zum Kanzlerkandidaten 2013 erklärt. Offensichtlich ist, dass eine basisdemokratische Entscheidung a la Grüne, Piraten oder LINKE der SPD fremd ist. Noch zumindesten.

Stattdessen grölt Steinbrück nun, Ende September 2012, auf dem Parteitag der NRW-SPD in Münster nach „Beinfreiheit“ und fordert ein Programm, dass zum Kanzlerkandidaten passt und umgekehrt. Allerdings ist an der SPD-Basis, sofern sich da Einzelne überhaupt an die mediale Öffentlichkeit trauen, Missmut und Verärgerung über die üblichen steinbrückschen arroganten leere Worthülsen zu vernehmen. Bleibt abzuwarten, ob Steinbrück sich am eher schlichten Gemüt der SPD-Basis vorbei lavieren kann. Vermutlich wird er es schaffen, denn die SPD-Basis hat ja auch einen Gaz-Gerd alisa Gerd Schröder und nun auch seine Doris Schröder-Köpf zugelassen. Mit großem Gegenwind ist da eher nicht zu rechen.

Nichtsdestotrotz ist zum heutigen Zeitpunkt wieder einmal klar geworden, dass die wahren Königsmacher in der deutschen Politik die Bilderberger sind. Ebenfalls ist klar, dass die SPD-Kanzlerkandidatur ein von langer Hand vorbereitetes Spektakel für die Medien, wie auch für die Basis der SPD ist. Bei letzterer ist allerdings nicht ganz klar, ob es die außerhalb von irgendwelchen Parteimitgliederlisten überhaupt noch gibt. Darum sollte bei der SPD vielleicht auch mal der mediale Fokus bezüglich der Basismitglieder auf Karteileichen gerichtet werden.