Home

Verschwörung oder Theorie

Schon seltsam

(0 Bewertungen, Mittelwert: 0 von 5)
Autor: Gert Flegelskamp   

So mancher wird ob der derzeitigen Politik den Kopf schütteln, teils verwundert, teils verärgert bis wütend. Das Wort Finanzkrise wurde zum Wort des Jahres gewählt. Den Linguisten fällt wohl auch nichts Besseres ein. Aber in einem haben sie recht, die Finanzkrise beherrscht derzeit den Blätterwald. Nicht nur, auch die regionale und EU-Politik steht ganz im Zeichen dieses Phänomens. Ein Phänomen, das keines ist, denn es war unausweichlich vorprogrammiert. Rockefeller meinte schon 1994, noch eine richtige Finanzkrise und die NWO ist machbar. Jetzt hat er seinen Wunsch erfüllt. Doch darauf komme ich noch einmal zurück.

Da ist unser großartiger Finanzminister Steinbrück. Er hat derzeit einige Probleme, einmal mit den Engländern, genauer gesagt dem englischen Premier Brown, aber auch mit der EU. Dabei geht es um die Konjunkturprogramme und wer Steinbrück kennt, weiß, dass er immer Recht hat. Wer Kraftfahrzeuge mit einem Schadstoffausstoß nach der Euronorm 5 und 6 kauft, soll 2 Jahre keine Steuern zahlen. Eine enorme Hilfe in Zeiten einer Finanzkrise. Da sparen Leute, die sich noch ein neues Auto leisten können, 150 bis 250 € pro Jahr an Steuern. Dafür müssen sie vielleicht gerade mal zunächst 15.000 € bis nach oben offen in Vorleistung gehen. Wirklich eine Bombenidee. Die Engländer haben stattdessen (befristet) die Mehrwertsteuer gesenkt und Steinbrück poltert allen Ernstes, ob es nicht egal wäre, ob man nun für einen DVD-Player 39,90 oder 39,10 Pfund ausgäbe und wie viel davon die Kunden überhaupt erreiche. Dieser Mann ist wirklich weit weg von dem, was wirklich Sache ist. Alleine bei den Energierechnungen für Strom und Gas würde es sich vor allem für die Leute rechnen, die sich wirklich kein neues Auto leisten können, ja nicht einmal eines haben dürfen. ALG II-Empfängen wird ein neues Auto als Vermögen angerechnet. Sie müssen es verkaufen und von dem Geld leben. Und Rentner, die am laufenden Band ihre Rente beschnitten bekommen, würde eine Senkung der Mehrwertsteuer ebenfalls begrüßen. Aber das sind ja auch nicht die Bevölkerungsgruppen, denen Steinbrück und Merkel helfen wollen.

Der Verlag Gruner und Jahr führt derzeit vor, was wohl im kommenden Jahr zum Standard wird. Mit Hochglanzbroschüren, verschickt an die Beschäftigten, werden die Vorzüge dieses zu 74,9% zu Bertelsmann gehörenden Großverlages gepriesen, aber per Mail wird der Ton dann etwas rauer. Lt. TAZ wurde an die Führungskräfte eine "Chairman Letter" ausgegeben, "man müsse auf die "schwere Finanz- und Wirtschaftskrise" reagieren und "im Sinne der Zukunftsfähigkeit von Gruner + Jahr" sowie "im Interesse unserer Gesellschafter (z. B. die Fam. Mohn) Anpassungsmaßnahmen an die aktuelle und absehbare Entwicklung ergreifen". Im Klartext bedeutet das Personalabbau, Aufgabe ganzer zum Verlag gehörenden Blätter und immenser Druck auf die Arbeitnehmer. Arbeitsminister Scholz wird es freuen, er bekommt wieder zusätzliche Schäfchen, die er mit Hartz IV, Repressalien, Nötigung und weiteren Annehmlichkeiten erfreuen kann.