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Warrantless Wiretapping

NSA-Abhörskandal weitet sich aus!

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Autor: Annika Kremer   

Das Warrantless Wiretapping Program des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA), bei dem ausländische Staatsbürger ohne die notwendigen richterlichen Genehmigungen abgehört wurden, ist bereits jetzt Gegenstand einer großen öffentlichen, politischen und nicht zuletzt juristischen Kontroverse. Glaubt man jedoch den Worten eines der Informanten, die damals den Abhörskandal an die Öffentlichkeit brachten, kennen wir bisher nur die Spitze des Eisbergs: Nach Aussage des Ex-NSA-Analysten Russell Tice hörte die NSA nicht nur einige von ihr als terrorverdächtig eingestufte Ausländer ab, sondern sammelte Daten über so ziemlich jeden, um dann einen nicht unerheblichen Prozentsatz eingehender zu bespitzeln - Journalisten sollen besonders beliebte Abhörziele gewesen sein.

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Russel Tice, Ex NSA

In einem Interview mit dem Fernsehsender MSNBC am gestrigen Mittwoch sagte Tice: "Die National Security Agency hatte Zugriff auf die Kommunikation aller Amerikaner - Faxe, Telefongespräche und Kommunikation per Computer." Dies habe laut Tice sogar Personen betroffen, die keine Kontakte ins Ausland hatten.

Tice erklärte, sogar für die NSA sei es unmöglich gewesen, "buchstäblich alle Kommunikation zu sammeln... Was getan wurde, war eine Art Fähigkeit, sich die Metadaten anzuschauen... und diese Information zu untersuchen, um zu entscheiden, welche Kommunikation letztendlich gesammelt werden würde."

So seien auch spezifische Personengruppen genauer unter die Lupe genommen worden, eine Tätigkeit, bei der Tice selbst mitwirkte. Allerdings berichtet er, selbst innerhalb der NSA habe es Legenden gegeben, die das Ziel hatten, den Mitarbeitern den wirklichen Zweck ihrer Tätigkeit vorzuenthalten. So habe er selbst geglaubt, sich Organisationen anzuschauen mit dem Zweck, dass diese eben nicht von der NSA irrtümlich zum Ziel gemacht wurden.

In Wirklichkeit sei jedoch das Gegenteil der Fall gewesen:
"Was ich allerdings herausfand, war, dass die Datensammlung über diese Organisationen 24/7 und 365 Tage im Jahr lief - und es machte keinen Sinn... Ich begann, das zu untersuchen. Das war in etwa der Zeitpunkt, wo sie auf mich aufmerksam wurden und mich zu feuern versuchten."

Zu den Organisationen, die beobachtet wurden, gehörten laut Tice "US-Nachrichtenagenturen, Reporter und Journalisten". Von den Organisationen auf der Liste sei buchstäblich jede Art der Kommunikation überwacht worden. Tice gab an, er wisse nicht genau, was mit den Daten geschehen sei, ist sich aber sicher, dass diese "irgendwo in Datenbanken gespeichert" wurde.

Tice erklärte, er würde zum jetztigen Zeitpunkt mit detaillierteren Informationen an die Öffentlichkeit gehen, weil der kürzlich erfolgte Regierungswechsel seine Chancen, damit etwas zu bewirken, erhöhe. Eine offizielle Reaktion Obamas oder seiner Sicherheitsberater auf die spektakulären Anschuldigungen steht allerdings noch aus.

MSNBC: Countdown mit Keith Olbermann / 21.01.09 Washington D.C. USA

Annika Kremer via Raw Story, thx!

 

 
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